Sonstige Ereignisse
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In dieser Rubrik fassen wir all das zusammen, was sonst nirgendwo mehr rein passt.

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61 Jahre für die Feuerwehr

Konrad Stork
Konrad Stork

Im Dienste der Feuerwehr

(tr) Es ist in einem solchen Bericht kaum möglich alle Tätigkeiten vollständig aufzuführen die Konrad Stork für seine Feuerwehr geleistet hat. Er war Mitglied im Spielmannszug, Gerätewart, Beisitzer im Vorstand und Wehrführer. Von 1985 bis 1988 stand er als Ortsbrandmeister den beiden Feuerwehren der Gemeinde Roßdorf vor. 1954 kam er zur Feuerwehr. Seit 1967 gehört er dem Vereinsvorstand an, die meiste Zeit davon in dem Amt das er wie kein anderes verkörpert, dem Rechner. An der Hauptversammlung am 20. Februar schied Konrad auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Das sind beeindruckende 61 Jahre Feuerwehrgeschichte. Wenige Tage vor der Hauptversammlung habe ich ihn einfach mal von seiner Feuerwehrzeit erzählen lassen. Wie er eigentlich zur Feuerwehr kam wollte ich wissen - und Konrad erzählt von seinem Vater, der schon im Krieg als Feuerwehrmann diente und die Luftangriffe auf Darmstadt und Mainz miterlebt hat. „Nach dem Krieg gab es auch nicht so viele Möglichkeiten sich im Verein zu engagieren wie heute, da war schnell klar, dass ich zur Feuerwehr gehe“ erklärt er. Doch der Vater wurde bald schwer krank und Konrad übernahm von ihm das Amt des Gerätewarts. Das war 1957 und seitdem hat Konrad ohne Unterbrechung bis heute immer irgendein Amt in der Feuerwehr ausgeübt.

Er war eine Institution

Als Rechner ist er im Verein längst eine Institution, doch wie kam es eigentlich dazu? „Das habe ich wohl meiner kaufmännischen Ausbildung bei Merck zu verdanken, da haben die Kameraden vorausgesetzt, dass ich mit solchen Dingen gut umgehen kann“ lacht Konrad. Damals ahnten die Kameraden wohl nicht was sie für ein glückliches Händchen bewiesen hatten, denn Konrad füllte das Amt 38 Jahre mit Bravour aus. Auch außerhalb Roßdorfs war seine besonnene Art gefragt, im Katastrophenschutz wirkte er über mehrere Jahre im Führungsstab mit. Was bleibt besonders hängen bei so vielen Jahren Feuerwehrarbeit frage ich ihn. Konrad muss nicht lange überlegen und spricht von einem Einsatz der ihn persönlich sehr betraf, es brannte bei seinen Großeltern, das war im Mai 1957 doch Konrad kann es beschreiben als wäre es erst wenige Wochen her. „Ich hatte Stenounterricht in der Rehbergschule als die Sirene heulte, bis die Lehrerin das bemerkte war ich schon weg. Von der Rehbergschule zum Spritzenhaus in der Beunegasse habe ich durch ein paar Gärten abgekürzt und kam von der Rückseite ans Spritzenhaus. So war ich einer der ersten“ sagt er verschmitzt. „Es sind diese Einsätze die einen persönlich berühren, wenn man zu Verwandten oder Freunden muss“ Dann fällt Konrad ein Einsatz nach dem anderen ein und es überwiegen dann doch die kuriosen Erinnerungen über die man später lachen kann.

Als die Sirene heulte

Eine Übung bei der er die Kameraden um Mitternacht abholte „weil die Übung sich irgendwie so lange hingezogen hatte“. Oder als mein Cousin und ich unsere Frauen im Gasthaus zur Sonne sitzen ließen als die Sirene heulte. Dass die Frauen gar kein Geld bei sich hatten haben wir natürlich nicht bedacht. Man merkt Konrad an, dass es ihm immer viel Freude gemacht hat und ich frage ihn nach seinem Leben außerhalb der Feuerwehr. Da freut er sich über seine Kinder und Enkelkinder, bei der Roßdörfer Theatergruppe möchte er auch weiterhin mitwirken. Wer ihn gut kennt weiß, dass er schon immer gerne Reisen unternommen hat – zu durchaus außergewöhnlichen Zielen: Damaskus, Australien, Island, die Wolga zählt er einige seiner Reisestationen auf. „Den Panamakanal möchten wir uns gerne anschauen“ gibt er einen Ausblick auf seine nächsten Ziele. „Und zum Musical ‚Das Wunder von Bern‘ wollen wir demnächst“. Dabei fällt mir auf, dass das Wunder von Bern ziemlich genau so alt ist wie Konrads Feuerwehrkarriere. Stimmt! Meint Konrad. Und ich habe das Spiel 1954 nicht gesehen weil wir mit dem Spielmannszug in Pfungstadt beim Umzug mitgelaufen sind. Wir rechneten ja nicht mit einem Sieg, zumal wir unterwegs noch mitbekommen haben, dass Deutschland zurück liegt. Zurück in Roßdorf waren wir Weltmeister und wir spielten spontan ein Ständchen vor dem Rathaus.

Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes

Auch in Zukunft wird Konrad Stork in der Ehren- und Altersabteilung seiner Feuerwehr erhalten bleiben. Am 20. Februar wurde Konrad mit dem Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes in Gold ausgezeichnet. Seit 2002 ist er Ehrenmitglied des Vereins und – das kann man ganz sicher sagen – schon sehr lange ein großer Glücksfall; für Roßdorf und seine Feuerwehr.

Im Einsatz

Auch wenn er kaum gealtert ist, zwischen den beiden Fotos liegen fast genau 30 Jahre. Von Links: Willy Breitwieser, Konrad Stork als Ortsbrandmeister und Einsatzleiter bei einer Übung in Gundernhausen Mitte der 80er Jahre, Fritz Breitwieser (im Hintergrund) und Gerhard Heller.

Das Interview führte: Tobias Ruhl

Konrad Stork 

 

 

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